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Level-2-Frühchenversorgung am Klinikum Bremen-Nord langfristig absichern!

Am Donnerstag hat Gesundheits- und Frauensenatorin Claudia Bernhard das angekündigte Gutachten "Wissenschaftliche Bewertung der Versorgung von Frühchen und Risikoschwangeren im Land Bremen" im Regionalausschuss Bremen-Nord vorgestellt. Die Gutachter:innen legen nahe, dass die Level-2-Frühchenversorgung in Bremen-Nord an das Klinikum Bremen-Mitte verlagert werden sollte. Ausschlaggebend sind demnach die bis 2030 schrumpfenden Geburtenzahlen. Außerdem würde dem Gutachten zufolge die Qualität der Frühchenversorgung steigen, wenn die Neonatologie künftig nur noch am Klinikum Mitte weiterentwickelt werden würde statt wie bisher auch am Klinikum Bremen-Nord.        

Maja Tegeler, Sprecherin der Linksfraktion für Gleichstellung und Bremen-Nord, kommentiert: "Das Gutachten liefert uns keine überzeugenden Argumente für eine Schließung der Level-2-Frühchversorgung am Klinikum Bremen-Nord. Wir brauchen eine wohnortnahe Versorgung für Frauen. Insbesondere für sozial schlechter gestellte Alleinerziehende ist das ein relevanter Faktor. Müssen sie auch ältere Kinder zu Hause versorgen und lange Fahrzeiten zur Klinik auf sich nehmen, sind sowohl Probleme bei der Kinderversorgung als auch beim Aufbau der so wichtigen Mutter-Kind-Bindung mit dem Frühchen vorprogrammiert. Ähnliche Schwierigkeiten würde die Schließung der Neonatologie in Bremen-Nord für die Bewohnerinnen der nahe gelegenen Zentralen Aufnahmestelle für Geflüchtete (ZAST) mit sich bringen.

Die Angabe im Gutachten, dass aus Bremen-Nord das Klinikum Bremen-Mitte innerhalb von 45 Minuten erreichbar sei, setzt einen Pkw oder optimale Verkehrsbedingungen voraus – Letztere sind jedoch erst recht in Bremen-Nord nur selten gegeben. Realistischer ist eine Fahrtdauer von anderthalb Stunden – viel zu lang!

Nicht nur für die Frauen in Bremen-Nord wäre die Verlagerung des Standorts katastrophal, sondern auch für Frauen im niedersächsischen Umland, das ebenfalls zum Einzugsgebiet des Klinikums Bremen-Nord zählt. Die Annahme im Gutachten, dass die Geburtenzahlen aufgrund der demografischen Entwicklung künftig abnehmen, darf für Bremen-Nord bezweifelt werden. Den Zahlen des Statistischen Landesamts zufolge und aufgrund der vielen Neubaugebiete ist eher mit dem Gegenteil zu rechnen.“

Auch die qualitative Verbesserung der Level-2-Frühchenversorgung am Klinikum Bremen-Mitte sieht Tegeler kritisch: „Wir reden hier vermutlich marginale Verbesserungen an einem zentralen Standort. Denn die Qualität der Frühchenversorgung am Klinikum Bremen-Nord mit jährlich über 2.000 Geburten steht außer Frage. So gab es etwa bei den im Jahr 2019 versorgten rund 80 Geburten auf dem Niveau Level 2 und 3 nicht einen Problemfall.

Die funktionierende Frühchenversorgung am Klinikum Bremen-Nord aufzulösen, führt schlimmstenfalls zu einem Verlust von Fachkräften – sollten sie nicht mit ins Klinikum Bremen-Mitte umziehen. Statt das zu riskieren, sollten wir Einsparungen sowie Verlagerungen in der Gesundheitsversorgung bekämpfen und endlich die Krankenhausfinanzierung reformieren. Die Geburtshilfe muss dringend aus den Fallpauschalen herausgelöst und bedarfsorientiert finanziert werden!“