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Mehr PiA und bedarfsgerechte Personalausstattung an Kliniken: Linksfraktion lobt die Landesstrategie für Entgeltgleichheit

Alle Menschen in Bremen sollen künftig unabhängig von ihrem Geschlecht dieselben Chancen am Arbeitsmarkt haben und für gleiche Arbeit auch gleiches Entgelt erhalten. Das ist das erklärte Ziel der unter Federführung des Wirtschaftsressorts erarbeiteten „Strategie für Gendergerechtigkeit im Erwerbsleben und Entgeltgleichheit“, die der Senat heute vorstellt. Den Auftrag dafür erteilte das Regierungsbündnis auf Initiative der Linksfraktion vor knapp zwei Jahren per Bürgerschaftsbeschluss.

Maja Tegeler, gleichstellungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, begrüßt die in der Strategie festgelegten Ziele und die entwickelten Maßnahmen: „Bremen hat nun erstmals eine Strategie zur Schließung des Gender-Pay-Gaps und für die Gleichstellung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt. Das ist eine gute Nachricht, auch weil die Strategie sehr konkret und umfassend ist. Sie enthält Maßnahmen für öffentliche und private Arbeitgeber*innen, ihre Umsetzung würde somit allen Beschäftigten in Bremen und Bremerhaven zugutekommen.“

Zurecht nehme die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen eine wichtige Stellung in der Strategie ein, so Tegeler: „Der Kita-Platzmangel etwa aufgrund von fehlenden Erzieher*innen macht hier bereits vielen Frauen einen Strich durch die Rechnung. Daher begrüßen wir ausdrücklich, dass nun der deutliche Ausbau von Plätzen in der gut bezahlten praxisintegrierten Ausbildung für Erzieher*innen (PiA) vorgesehen ist: Die Zahl der beliebten Ausbildungsplätze soll von derzeit 50 auf 150 verdreifacht werden – aus LINKER Sicht ein essenzieller Schritt!“

Auch die Aufwertung der frauendominierten Berufe etwa im Sozial- und Erziehungsbereich oder im Gesundheitswesen sei eine wichtige Setzung des Ressorts. „Diese Berufsgruppen leisten einen besonders wichtigen gesellschaftlichen Beitrag, der sich derzeit weder im Gehalt noch in guten Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen ausreichend widerspiegelt“, sagt die frauenpolitische Sprecherin. Konkret sollen im Rahmen eines Pilotprojektes auf ausgewählten Stationen des kommunalen Klinikverbundes (GeNo) verbindliche Personalschlüssel eingeführt werden. Mitarbeitende in der Pflege, die derzeit aufgrund der hohen Arbeitsbelastung unfreiwillig in Teilzeit arbeiten, sollen hierdurch ermutigt werden, wieder eine Vollzeitbeschäftigung aufzunehmen.

„Mit dieser Landesstrategie können wir der Geschlechtergerechtigkeit im Bremer Erwerbsleben ein gutes Stück näherkommen. Als LINKE werden wir uns für eine zeitnahe Umsetzung der Maßnahmen einsetzen“, sagt Tegeler abschließend.


Zum Hintergrund:

Wie viel Lohn eine Person erhält oder unter welchen Bedingungen sie arbeitet, ist auch eine Frage des Geschlechts. Zu diesem Ergebnis kommen beispielsweise regelmäßige Untersuchungen der Arbeitnehmerkammer zur Lage von Frauen auf dem Bremer Arbeitsmarkt. Der Unterschied beim Bruttostundenlohn (Gender-Pay-Gap) zwischen Männern und Frauen lag in Bremen beispielsweise im Jahr 2021 bei 22 Prozent – damit ist Bremen Schlusslicht im bundesweiten Vergleich. Ursächlich hierfür ist unter anderem der hohe Anteil von Frauen, die in Teilzeit sowie in prekären und schlecht bezahlten Beschäftigungsverhältnissen arbeiten. Auch hier ist Bremen bei einer Frauenerwerbsquote unter 50 Prozent in sozialversicherungspflichtigen Jobs bundesweit Schlusslicht. Zudem erhalten Frauen trotz gleicher oder gleichwertiger Arbeit in nahezu allen Branchen einen geringeren Stundenlohn als ihre männlichen Kollegen.