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Runder Tisch zur Umsetzung der Istanbul-Konvention stellt Zwischenergebnisse vor

Heute traf sich in Bremen erstmalig der „Runde Tisch Istanbul-Konvention“. Vertreter:innen aus der Fraueninfrastruktur, Berufs- und Spitzenverbände, den Ressorts sowie den Bürgerschaftsfraktionen sichteten, diskutierten und bewerteten die Zwischenergebnisse der zehn interdisziplinären Arbeitsgruppen zur Erarbeitung des Landesaktionsplans gegen Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt.

Im Bereich der Präventionsarbeit wurden standardisierte verpflichtende Präventionsprogramme zu gewaltfeien Beziehungen in KiTas und Schulen, Kompetenzförderungen der Eltern, Täter:innenarbeit, die Vermittlung neuer Jungen- und Männerbilder oder auch Schulungen für diverse Berufsgruppen in der Justiz und Polizei, den Behörden, aber auch in den Gesundheitsberufen.

Weiterhin standen Maßnahmen zum Schutz und Unterbringung von Frauen* und Mädchen* im Mittelpunkt. Hierfür soll verstärkt eine Akutversorgung, Fachberatungen sowie psychologische Beratung gewährleistet sein.

Von den Vertreter:innen der Arbeitsgruppen wurde zudem der Bedarf geäußert, noch bestehende Lücken in der Beratungsarbeit durch neue Ansätze wie die Beratung von Sexarbeiter:innen, aber auch durch breit aufgestellte mobile Beratungsteams zu schließen. DIE LINKE teilt diese Absicht.

Maja Tegeler, gleichstellungspolitische Sprecherin der Linksfraktion zu den Ergebnissen: „Ich bin beeindruckt von den umfangreichen Maßnahmen, die von den Expert:innen vorgeschlagen wurden. Besonders wichtig erscheint mir das Bemühen, Gewaltverhältnisse noch stärker als bisher sichtbar zu machen. Ein wichtiges Instrument ist in diesem Zusammenhang die Stärkung der psychosozialen Prozessbegleitung für Gewaltopfer. Zentral ist auch der klare Fokus auf die Präventionsarbeit in Jugend- und Bildungseinrichtungen und zum Beispiel in Bezug auf Gesundheitsberufe. Es wird jetzt sehr darauf ankommen, die Maßnahmen auch haushalterisch gut abzubilden. Der eingeplante Betrag von 500.000 Euro für die Umsetzung der Istanbul-Konvention in den Eckwerten bildet dafür eine gute Grundlage, wenn auch nicht ganz ausreichend, um wenigstens einen großen Teil der vorgeschlagenen Maßnahmen umzusetzen.“